Tjaaa. Was macht man, wenn man Beamer zuviel hat? Also dieser kleinen Spielzeugdinger, die für nix anderes als Präsentation gut sind? (okay.. es gibt wohl Leute die würden damit sicher auch Film schauen… ) Klar: Man macht irgendwelchen möglichst zweckmäßigen Unsinn damit. In diesem Falle habe ich mir auf die mittlere weisse Schreibtischplatte in der U-Formation hier im Arbeitszimmer ein Whiteboard gebaut. Die Regalkonstruktion war ja extra so gebaut, dass das weisse Mittelstück frei wäre, zwischen den Regalböden.
Die Sache war dennoch aus mehrererlei Hinsicht spannend:
- Das obere Regalbrett ist extra-dicht an der Decke wegen der indirekten Deckenbeleuchtung
- Es muss eine Eingabemöglichkeit her
- Es soll möglichst alles so unsichtbar wie möglich in die Substanz integriert werden
Fangen wir erstmal bei Problem #1 an. Hier habe ich zunächst ein Stück Spanplatte zum rumtesten hergenommen, das links und rechts auf den bestehenden oberen Regalbrettern aufliegt. Wie schon gesagt, ist der Abstand zur Decke da wirklich nicht sehr groß. Ergo muss der Beamer dort flach stehen. Ein bisschen schlecht, möchte man meinen, wenn das Bild nach unten auf die Tischplatte soll. Aber hey: Dafür gibts doch Spiegel. Also habe ich mir aus einem Trabant-Aussenspiegel das Glas geklaut und mit der Gerungssäge aus Dachlatten einen Spiegelhalter gesägt. Der Winkel war etwas frickelig zu ermitteln, da diese Projektoren generell so projezieren, dass die Unterkante des Bildes der Standfläche des Geräts entspricht. Schließlich habe ich mich auf 35° geeinigt. Das ganze wurde dann passend um ein quadratisches Loch in der Platte geschraubt das ich da mit Kai zusammen einfach mal frei Schnauze mittels Stichsäge hinkonzipiert habe. Nach ein bisschen Ausrichtungsarbeit war das Bild dann auch schon genau richtig auf der Tischplatte zentriert!
Das Eingabe-Problem ist etwas eigenwillig gelöst.. und zugegebenermaßen noch nicht ganz zuende. Hier kursieren schon länger Experimente zur Wii-Remote im Netz. Dazu passend auch verschiedene Software-Projekte um eben die WiiMote zusammen mit einer einfachen IR-Sendediode für eben diesen Zweck zu missbrauchen. Hier seie besonders die Seite von Johnny Lee erwähnt, von wo ich auch fürs erste die Software genommen habe. Den passenden IR-Sender habe ich mit der Diode aus einer Fernbedienung, zwei x-beliebigen passend-erscheinenden Widerständen, einem Taster und einer CR2032 Lithiumzelle gebastelt. Also wirklich nichts Anspruchsvolles. So kann man jetzt mit dem kleinen Sender wunderprächtig auf der Tischplatte rumeiern und sachen Anklicken und verschieben… und rumspielen… RIchtig Fetz macht übrigends StarCraft auf diesem Screen
Von Crysis wird einem der Perspektive wegen allerdings gerne schlecht X-D Erste Tests mit Eagle-Layout deuten den richtigen Weg an
Nun die Sache funktioniert soweit echt prima. Abgesehen davon, dass die WiiMote-Sache so wie sie ist noch nicht zufriedenstellend ist. Wirklich belastend ist unter anderem, dass Dinge wie Rechtsklick oder kontinuiertliche Zeigerbewegung nur mit etwas Aufwand drin sind. Glücklicherweise kursieren, ebenfalls im Netz, bereits Anschlussbelegungen und Protokollinformationen zur IR-Kamera der Wii-Remote! Hier werde ich dann in sehr naher Zukunft mal einen ganz anderen Weg zu gehen versuchen: Denn was wäre wenn! Der Plan wäre also die WiiMote zu zerpflücken, den Sensor zu klauen und mithilfe eines AVR Microcontrollers darauf Basierend ein USB Eingabedevice zu bauen. Im Idealfall würde dieses Device dann auch einen RF-Receiver haben. Dessen Gegenstück würde z.B. schön in einem dieser Gothic-Style Giftringe Platz finden und würde dann events wie eben die Mouseklicks an den Empfänger übertragen. Der gleiche Ring würde dann natürlich am besten auch gleich die IR-Sendediode für den IR-Sensor beinhalten. Mit dem Ansatz wäre dann nämlich die dumme Verbindung aus “IR-Diode an -> zeiger setzen UND klicken” aufgelöst und ein anständiges Arbeiten drin. Mal sehen
Im Nachhinein hat sich übrigends noch gezeigt, das ein normaler handelsüblicher Spiegel ein wenig Nachteilig ist, um damit eine Projektion umzulenken. Auf Anraten von Ogge habe ich mir deshalb jetzt einen Vorderflächenspiegel bestellt. Der jetzige Spiegel hat das Problem, das er das BIld so insgesamt dreimal reflektiert. Beim Eintritt an der Glasscheibe.. dann an der Schicht.. und beim Austritt nochmal an der Scheibe. Beim Vorderflächenspiegel ist die Schicht hingegen AUF der Glasscheibe und neigt daher nicht zu Mehrfachreflexionen.
Der Testlauf war jedenfalls Okay. Nun wird das endgültige Brett gesägt und Aufgebaut und der Beamer noch passend hinter ein Paar Blendleisten versteckt.